Toller Krimi: Netzhoppers II gewinnen 3:2 gegen Wittenberg

Königs Wusterhausen – Netzhoppers Königs Wusterhausen II konnten am Samstag (12.01.2007) ihr erstes Regionalliga-Punktspiel 2008 in der Paul-Dinter-Halle KW gegen den MTV Wittenberg mit 3:2 Sätzen (25:15, 16:25, 23:25, 29:27, 15:13) gewinnen. Trotz der Ausfälle von Freitag, König, Helbig und Liedtke zeigte die Mannschaft eine tolle und kampfbetonte Leistung und erntete nach dem hauchdünnen 93-Minuten-Krimisieg den verdienten Applaus der 70 Zuschauer. Damit steht die Mannschaft mit 10:14 Punkten in der Tabelle nun auch weitaus besser da als noch vor einem Monat – nach drei Siegen in Folge darf auch schon fast von einer Serie gesprochen werden, die sich am kommenden Sonntag beim USC Magdeburg fortsetzen soll (wird!).

Die Voraussetzungen für diesen so wichtigen Spieltag waren alles andere als positiv: das Training fiel aufgrund der Ferien mit einer Einheit unter der Woche sehr mau aus, zudem fehlten am Spieltag gleich drei (!) Außenangreifer (Tobias Helbig, Tom Liedtke, Tilo König). So standen zur Nachmittagseinheit um 14 Uhr (18 Uhr war Spielbeginn) lediglich neun Spieler auf dem Parkett der Dinterhalle, René Rudolph erreichte die Mannschaft erst danach.

Dennoch war noch genug Zeit um für das Match das Optimum in der internen Feinabstimmung herauszuholen. Und so wurde vor allem noch einmal Wert auf die Annahme von Flatteraufschlägen gelegt, was sich für den Spielverlauf als äußerst positiv erweisen sollte.

Um 18 Uhr ging’s also endlich los: knapp 70 Fans (Zuschauer wäre untertrieben) hatten sich inzwischen auf den Rängen versammelt und sahen alsbald wie folgende Startsechs sensationell mit 4:0 in Führung ging: Daniel Heinecke und Christian Wilk begannen im Mittelblock, Sebastian Mättig auf Diagonal, Mirko Steinbrecher im Zuspiel, Tim Burwitz spielte Libero und René Rudolph sowie Thomas Schulze sollten für die nötigen Punkte über Außen sorgen.

Wittenberg wurde jedenfalls von einer top motiverten und sofort ins Spiel findenden Truppe überrascht, die konsequent alle Bälle in der Anfangsphase verwandelte. So gelang den Gästen beim 3:9 der erste eigene Punkt, zuvor hatten Schulze und Heinecke je eine Aufgabe verschlagen. Entsprechend positiv ging es weiter: Wittenberg setzte die Netzhoppers nicht genug unter Druck, so dass nahezu immer das erste Tempo im Angriff gespielt werden konnte. Auch die Auszeiten der Gäste bei 8:2 und 20:9 halfen nur bedingt. Dennoch zeichnete sich zum Satzende bereits eine Trendwende ab. Der MTV wurde mutiger – Netzhoppers gewannen dennoch souverän Abschnitt 1 mit 25:15.

Dei Gastgeber schalteten zum eigenen Unverständnis nun einen Gang zurück und erlebten alsbald, wie plötzlich der Gast immer weiter davonzog: 3:8, 11:20. Eine Kopie mit verdrehten Vorzeichen des ersten Durchgangs bahnte sich an – und auch diesmal holen die KW’er auch dank der Einwechslung von Martin Schulze (für Mättig bei 9:17) noch psychologisch wichtige Punkte, ehe der Satz 16:25 nach Sachsen-Anhalt ging.

Es ging also wieder bei 0 los – aber dafür jetzt richtig: hinein in ein Spiel, dass an Dramatik und Spannung schwer zu überbieten sein dürfte! Netzhoppers kämpften wie die Löwen und boten den unermüdlich anfeuernden Zuschauern nun Leidenschaft und Siegeswillen. Um jeden Ball wurde gefightet und so stand das Spiel in den folgenden Sätzen stets auf des Messers Schneide.

Netzhoppers gingen im dritten Satz anfangs in Führung (4:2), mussten aber bald erkennen, dass die Gäste nun auch Blut geleckt hatten. KW agierte nun vor allem mit den Aufschlägen wieder mutiger und setzte so den Gegner unter Druck. Ballwechsel mit drei, vier oder fünf Netzüberquerungen waren nun fast an der Tagesordnung und verlangte den Spielern physisch und psychologisch alles ab. Bei 21:23 schien alles bereits gelaufen zu sein – doch Netzhoppers kamen auf 23:23 zurück. Um den Block zu verstärken kommt Mathias Kaspar in die Partie – es half nichts, 23:25.

Auf ein Neues: Es blieb weiter eng und hart umkämpft. In einem guten Regionalligaspiel erwischten nun die Gäste den besseren Start, Netzhoppers glichen aus und gingen bei 16:14 erstmals wieder zwei Punkte in Führung. Nachdem der endlich wieder zur Normalform zurückgefundene Thomas Schulze mehrfach über Außen scheiterte, bringt Düsing erneut Mättig ins Spiel (17:19). Der Wechsel sollte sich bezahlt machen: Zwar muss die Mannschaft bei 23:24 den ersten Matchball abwehren, konnte aber in dessen Folge mit einem Block den Vorteil ins Dahmeland holen und die Zuschauer von den Sitzen reißen. Die Spannung war zu diesem Zeitpunkt greifbar, Wittenberg wehrte vier Satzbälle ab, ehe das erlösende 29:27 fiel und KW in den Tiebreak rettete.

Dieser begann nach 0:2 mit einer 4:2-Führung durch lange Sprung-Flatter-Aufschläge von Daniel Heinecke. Der MTV konnte seinerseits jedoch nun in der Abwehr viele Bälle hochkratzen und verwerten, so dass bei 7:8 letztmalig die Seiten gewechselt wurden. Beim Stand von 13:13 war Christian Wilk der Mann, der am Ende den Unterschied machte: René Rudolph entschärfte mit zwei druckvollen Sprungaufschlägen die Wittenberger Variantenvielfalt im Angriff und der Kapitän fischte sich im Block doppelt zum Matchwinner – 15:13 und grenzenloser Jubel und der obligatorische Siegesdiver in der Halle. Wer nicht dabei war.. ihr wisst schon!

Nächstes Spiel: USC Magdeburg – Netzhoppers II am Sonntag (20.01.2008), sicher keine leichte aber dennoch nicht unmögliche Aufgabe – auch, wenn der 7. Mann diesmal vielleicht nicht den Unterschied machen kann.

Netzhoppers KW II:

Christian Wilk, Daniel Heinecke, Matthias Kaspar, René Rudolph, Sebastian Mättig, Martin Schulze, Peter Itzigehl, Mirko Steinbrecher, Tim Burwitz, Thomas Schulze

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